Willenskraft – Kapitel 4: Nutze innere Widerstände!

Willenskraft – Kapitel 4: Nutze innere Widerstände!

Nach der Osterpause melde ich mich heute mit einer Frage zurück: „Welche persönliche Entwicklung konntest du mit den ersten drei Kapiteln des Newsletters erreichen?“ Über deine Antwort per Mail freue ich mich auch dann, wenn sie lautet: „Ich habe noch gar nicht angefangen.“

Ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die diesen Kurs nutzen, um ihre guten Vorsätze nun systematisch in gute Gewohnheiten umzuwandeln. Dabei wurde deutlich, dass es schon tolle Erfolge gibt und natürlich auch Schwierigkeiten und Hürden. Das aktuelle Kapitel widmet sich daher einem Thema, das häufig angesprochen wurde und das zur Zeit auch mich beschäftigt: innere Widerstände.
Viel Spaß beim Lesen und vor allem: Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Kapitel 4: Nutze innere Widerstände!

Ja, du hast richtig gelesen. Deinen innerer Widerstand kannst du nutzen. Er ist ein wertvoller Verbündeter auf deinem Weg zu mehr Willenskraft. Was genau mit „innerem Widerstand“ gemeint ist, sollen zwei Beispiele deutlich machen:

Eine Teilnehmerin schilderte mir folgendes Problem: „Kaum habe ich mir vorgenommen, ab nächste Woche keine Süßigkeiten mehr zu essen, tue ich erst einmal das genaue Gegenteil und esse noch mehr Süßes. Es ist fast so, als müsste es erst einmal schlimmer werden, bevor es besser wird.“

Ein anderer Teilnehmer berichtete mir, dass er inzwischen zwar regelmäßig joggen gehe und dies auch in der Regel gerne tue. „Doch an manchen Tagen, vor allem, wenn ich gestresst bin, wehrt sich ein Teil von mir mit aller Macht gegen das Laufen. Sobald ich dann aber die Laufschuhe anhabe und aus der Tür gehe, bin ich richtig stolz auf mich und fühle, dass der Sport jetzt genau das Richtige ist.“

Ich bin sicher, dass du deine eigenen Beispiele für inneren Widerstand hast. Außer, du bist ein Roboter oder Chuck Norris. Für alle anderen bieten die folgenden drei Tipps  wertvolle Werkzeuge, um den inneren Widerstand zu nutzen und in Motivation zu verwandeln.

1. Die richtige Portion: Wenn der Vorsatz zu groß und die Willenskraft zu klein ist.

Deine persönliche Willenskraft ist begrenzt. Wie ein Muskel, der nur ein bestimmtes Gewicht heben kann, ist auch die Willenskraft ab einer bestimmten Belastung überfordert. Ich hatte mir zum Beispiel vorgenommen meine Essgewohnheiten zu ändern. Das bedeutete für mich:

  • keine Snacks zwischendurch,
  • zu jeder Mahlzeit frisches Obst oder Gemüse,
  • immer 30 mal kauen,
  • dann aufhören, wenn ich satt bin.

Ergebnis: Ich habe es nicht durchgehalten. Erst als mir bewusst geworden ist, dass es sich hier um vier verschiedene Vorsätze und Gewohnheiten handelt, ist mir die Lösung eingefallen. Jeder Teilschritt muss für sich alleine als Gewohnheit etabliert werden. Der nächste Schritt ist danach umso einfacher.

Mein guter Vorsatz zu den Essgewohnheiten bestand also tatsächlich aus vier einzelnen Vorsätzen und jeder einzelne davon braucht nun einmal seine 20 bis 90 Tage, um zur Gewohnheit zu werden. Aber ist es nicht super, wenn man dann nach insgesamt 80 Tagen insgesamt vier hervorragende Essgewohnheiten verinnerlicht hat, die für dauerhaftes Idealgewicht sorgen? Selbst wenn es ein ganzes Jahr dauern sollte, lohnt sich die Investition – vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Menschen über viele Jahre hinweg unter falschen Essgewohnheiten leiden und immer wieder mit ihren guten Vorsätzen scheitern.

2. Klare rote Linien: Kein Wischiwaschi, sondern eindeutige Regeln.

An manchen Tagen bist du in Bestform, an anderen fällt alles schwer. Das ist normal und gesund. Problematisch ist es jedoch, wenn man alle anderen Tage und Lebensphasen mit der Bestform vergleicht und sozusagen das Maximum als tägliche Messlatte ansetzt. Nicht jeden Tag wird dir deine maximale (Willens-)Kraft zur Verfügung stehen. Darum solltest du deine guten Gewohnheiten so definieren, dass du auf unterschiedliche Leistungskraft reagieren kannst, und trotzdem zu 100% deinen Vorsatz erfüllst. Ich habe zum Beispiel drei verschiedene MP3-Dateien für meine morgendlichen Yoga-Sessions. Eine „Optimum-Version“ (30 Minuten), die mir an einem normalen Tag ein optimales Gefühl von Fitness und Flexibilität gibt. Eine „Minimum-Version“ (20 Minuten), die mir z.B. an einem verkaterten Morgen nach zu wenig Schlaf dabei hilft, mit wenig Anstrengung in die Gänge zu kommen. Und dann habe ich noch eine „Maximum-Version“ (45 Minuten), die ich dann nutze, wenn ich mich beim Aufwachen schon so fühle, als könne ich Bäume ausreißen.
Eine andere Variante wäre es, drei verschiedene Laufstrecken zur Wahl zu haben, oder drei klare Regeln zu definieren für eine Minimum-, Optimum-, Maximum-Version der persönlichen Tagesplanung.

3. Das Problem hinter dem Problem: Wenn der erste Schritt der zweite ist.

Innerer Widerstand kommt oft auch daher, dass der gute Vorsatz zwar gut gemeint, aber schlecht getimed ist. Wenn man für den geplanten ersten Schritt innerlich noch nicht bereit ist, dann versuchen viele Menschen sich zwar zum Umsetzen zu zwingen, schaffen damit aber nur einen stärkeren inneren Widerstand und starten einen Kampf mit sich selbst.
Stress wirkt sich auf die Willenskraft extrem negativ aus. Gestresste Menschen sind anfälliger für Versuchungen und haben weniger Selbstkontrolle. Gerade die oben beschriebene Härte gegen sich selbst verursacht noch zusätzlichen Stress. Zum Beispiel ist für einen Raucher allein der Gedanke ans Aufhören schon purer Stress. Und der reflexartige Stressbewältigungsmechanismus ist sofort der Griff zur Schachtel. Darum sind das Timing und die Reihenfolge wichtig.
Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass ich für meinen nächsten neuen Vorsatz einfach innerlich noch zu unruhig war. Grund für die Unruhe waren meistens noch ungelesene oder unerledigte E-Mails in meinem Posteingang. Also ist mein neuer Vorsatz (inzwischen dann schon der vierte, den ich im Rahmen dieses Kurses umsetze) folgender: Ich werde zwei Mal am Tag für 30 Minuten meine E-Mails bearbeiten. Nur dann, dafür aber voll konzentriert. Wenn möglich täglich um 10:30 und um 16:00 Uhr. Dadurch schaffe ich die Grundlage, um den nächsten Schritt gehen zu können.

Fazit: Wenn du inneren Widerstand spürst, kann deine beste Reaktion darin liegen, zu sagen: „Just do it!“ und du wirst anschließend stolz sein, den Widerstand überwunden zu haben. Wenn der Widerstand jedoch immer wiederkehrt oder wenn er zu stark ist, dann nimm die oberen drei Tipps, um den nächsten Schritt besser zu definieren. Entweder deinen Vorsatz eine Nummer kleiner zu fassen (Tipp 1) oder für deinen guten Vorsatz die passende Variante definieren (Tipp 2) oder vor deinem guten Vorsatz einen anderen Schritt gehen (Tipp 3).

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Umsetzung!

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